Apfel: Den Obstklassiker pflanzen und pflegen

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winterhart
trockenheitsverträglich
Bienen- und Schmetterlingsfreundlich
Vogelfreundlich
giftig
Standort:
sonnig und windgeschützt
Boden:
durchlässig und frei von Staunässe
Höhe und Platzbedarf:
5 - 15 qm
Obstart:
cultivatedFruit

Wünschst du dir auch einen Apfelbaum im Garten, um dann leckere Früchte aus eigenem Anbau zu genießen? Dann bist du hier genau richtig! Der Apfel gehört zu den beliebtesten Obstsorten.

 

 

Er ist nicht nur lecker, sondern auch einigermaßen pflegeleicht und eine tolle Ergänzung im eigenen Garten. Wir verraten alles rund um Pflanzung, Pflege, Ernte und Lagerung des runden Leckerschmeckers. 

Herkunft des Apfels

Der Apfelbaum zählt zu den Rosengewächsen und gehört zu den beliebtesten Obstbäumen. Bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. schafften es die Römer, sechs Apfelsorten zu züchten. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr dazu. Heute wird die Sortenvielfalt weltweit auf bis zu 30.000 geschätzt, ungefähr 2000 davon wachsen in Deutschland.

Wuchs 

Apfelbäume können bis zu zehn Meter hoch werden. Die Blätter des Baumes sind oval und unterhalb filzig. Von Ende April bis Mitte Mai schieben sich etwa fünf bis zehn Blüten und eine Blattrosette aus den dicken Knospen hervor. Diese sind immer anders geformt – je nach Sorte. Meistens werden sie erst rosa, dann weiß.  

Nach der Befruchtung durch Pollen können aus der Blütenachse dann Früchte entstehen. Damit die Bäume Früchte tragen können, brauchen die Bäume jährlich über 900 Stunden unter 7 °C.  

Pflanzung

Von Oktober bis November oder im März ist der ideale Zeitpunkt, den Apfelbaum zu pflanzen. Im Topf geht das ganzjährig. Um den Apfelbaum zu pflanzen, musst du im ersten Schritt ein Loch ausheben, welches mindestens doppelt so groß ist, wie das Wurzelvolumen deines Baumes. Die oberste Erdschicht kannst du dann mit Kompost mischen und die kompostierte Erde dann auf den Boden des Pflanzenlochs geben.

Schneide vor dem Einsetzen des Baumes seine beschädigten Wurzeln ab, dann kannst du ihn in das Loch stellen. Jedoch nur so tief hinein, dass die Veredelungsstelle eine Handbreit über dem Bodenniveau liegt.

Wässere die Erde im Pflanzenloch ausreichend, fülle das Loch dann auf und trete die Erde fest. Wichtig dabei: Achte darauf, dass das Wasser in der Erde um den Stamm gut versickern kann.

Apfel pflegen

Die Pflege eines Apfelbaums umfasst das gezielte Schneiden der Baumkrone, regelmäßiges Gießen, speziell in Trockenperioden, das Düngen mit Kompost und Langzeitdüngern, sowie das Vermeiden von Überdüngung. Ein gut gepflegter Apfelbaum fördert eine ertragreiche und gesunde Ernte. 

Richtig gießen 

Das Wässern des Apfelbaumes ist abhängig vom Wetter. Bei anhaltender Trockenheit kannst du ihn bis zu dreimal gießen, sonst reicht ein bis zweimal in der Woche. Ein gut angewachsener Apfelbaum muss generell nur noch während anhaltender Trockenheit gegossen werden. 

Richtig pflegen 

Um eine gute Ernte zu bekommen, kannst du Fruchtansätze entfernen, die zu dicht aneinander stehen. Das erhöht zusätzlich die Qualität der Äpfel. Der Apfelbaum wirft zu kleine und kranke Früchte ab. Das nennt sich „Junifall“. Wenn die Früchte trotzdem zu dicht nebeneinander, kannst du die kleinen mit einer Schere abschneiden. Dadurch können die Äpfel, die übrig bleiben, mehr Licht bekommen und gesund reifen 

Richtig düngen 

Apfelbäume brauchen jede Menge Nährstoffe. Daher ist es sinnvoll, direkt um den Baum nichts anderes anzupflanzen. Auch das Düngen darf nicht vernachlässigt werden. Bedecke die Baumscheibe daher mit einer Mulchschicht aus Brennnesseln oder Holzhäckseln, die du mit Hornspänen mischen kannst. Dadurch wird das Wasser in der Erde gehalten und ungeliebtes Unkraut wird unterdrückt. 

Das Gute: Haben Apfelbäume einen nährstoffreichen Standort, sind sie Selbstversorger und benötigen kaum zusätzliche Pflege. Es reicht also, ihn alle zwei Jahre mit einem kalium- und phosphorhaltigen Dünger zu pflegen. 

Richtig schneiden 

Nicht nur das Gieße und Düngen ist wichtig für einen guten Ertrag des Apfelbaumes, sondern auch der Pflegeschnitt. Der beste Zeitraum dafür ist Januar bis März, und in der Zeit dann, wenn die Temperaturen nicht unter null liegen. Schneiden kann man den Baum auf zwei unterschiedliche Arten. Entweder du schneidest sie zur Rundkrone hin oder zur Spindel. Nutze für beide Schnittarten unbedingt scharfes Werkzeug. 

Wählst du die erste Möglichkeit zum Beschneiden, achte auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Höhe und Breite des Baumes. Die Rundkrone sollte aus einem Mitteltrieb und bis zu vier Nebenästen bestehen. Die Form des Baumes bleibt dann während seiner gesamten Lebenszeit. Wichtig ist, ihn in Form zu halten – nur so kann er Früchte tragen. 

Willst du deinen Baum zum Beispiel kleiner halten, beschneide ihn zur Spindel hin. In den ersten Jahren reicht es, die Wassertriebe und den Konkurrenztrieb zu entfernen. 

Ernte 

Äpfel reifen in der Regel zwischen August und Oktober, das kann aber auch je nach Sorte und Standort des Baumes variieren. Sinnvoll ist es, den Baum mehrmals zu pflücken. Äpfel, die auf der Sonnenseite hängen, werden schneller reif und bekommen auch eine schönere Farbe. 

Reife Früchte lassen sich daran erkennen, dass sie sich leicht vom Ast abdrehen lassen. Bei hohen Bäumen brauchst du eine standfeste Leiter und kannst auch einen „Apfelernter“ zur Hilfe nehmen. Möchtest du die Früchte einlagern, ernte sie etwas früher. Während der Lagerung reifen sie nämlich noch nach.  

Verwendung  

Äpfel können sowohl roh als auch verarbeitet gegessen werden. Sie eignen sich perfekt als Snack für zwischendurch, können aber nahezu überall anders verwertet werden. Als Kompott, Mus oder als leckeren Apfelkuchen kannst du sie verarbeiten. Achte darauf, welche Sorte am besten zu der jeweiligen Verarbeitungsmöglichkeit passt. 

Vorratstauglichkeit 

Äpfel, die du lagern möchtest, solltest du direkt in Kisten oder Körbe legen. Sonst können die frisch geernteten Äpfel Druckstellen bekommen und schneller faul werden.  

Wie Sorten auch zu unterschiedlichen Zeiten geerntet werden, ist auch ihre Lagerfähigkeit unterschiedlich. Sommersorten sind früh reif, lassen sich aber nur wenige Wochen lagern. Dazu gehören zum Beispiel Gerlinde, Piros oder der weiße Klarapfel

Herbstsorten sind länger vorratstauglich. Sie reifen mittelfrüh und sind dann bis Weihnachten circa haltbar. Cox Orange, Florina und Gravensteiner gehören dazu. 

Wintersorten wie Brettacher, Ontario oder der rote Boskoop werden spät geerntet und sich direkt danach noch nicht genießbar. Erst ab Dezember schmecken sie. Lagern lassen sich die Sorten bis ins Frühjahr hinein. 

Unabhängig von der Sorte sollten alle Äpfel kühl, dunkel und möglichst belüftet gelagert werden.  Kellerräume, Schuppen oder leere Lagerräume sind optimal. Für einen kurzen Zeitraum vertragen Äpfel auch Frost, können also auch Frost ertragen. Achte nur darauf, sie anschließend langsam aufzutauen. 

Überwinterung 

Klar, die meisten Bäume überleben den Winter im Freien auch ohne Schutz. Trotzdem kannst du einige Maßnahmen treffen, um deinem Apfelbaum winterfest zu machen. Bestenfalls hast du deinem Baum schon von Beginn an einen sonnigen, windgeschützten Platz gestellt. Das schützt ihn von vorneherein und die Kälte kann ihm nicht ganz so zusetzen.  

Zusätzlich ist es sinnvoll, du Herbst eine Schicht Mulch auf den Boden ausstreuen. Alternativ und passend zur Jahreszeit kannst du auch Laub verwenden. Das schützt die Wurzeln vor allem vor starkem Frost in den Wintermonaten. 

Möchtest du außerdem die Baumkrone schützen, binde ein Vlies herum und binde dieses gut fest. Achte darauf, keine Folie zu verwenden. Unter dieser staut sich die Wärme und der Temperaturunterschied zu draußen ist zu gravierend. Lasse den Baumschutz ruhig bis zum Frühling dran, denn auch im März kann es zwischenzeitig noch zu Frostperioden kommen. 

Ein Kalkanstrich kann deinen Obstbaum ebenfalls vor Frost schützen. Dazu kannst du einen fertigen aus dem Baumarkt nehmen oder ihn selbst herstellen und anschließend in dünnen Schichten auf den Stamm auftragen. Mehr dazu kannst du in unserem Kalkanstrich-Artikel nachlesen. 

Winterquartier 

Apfelbäume vertragen Temperaturen bis minus 25 Grad ohne Probleme – allerdings nur kurzzeitig. 

Einen jungen Baum kannst du auch in einem Topf überwintern. Dieser sollte aber unbedingt groß genug für das Bäumchen sein, sonst können die Wurzeln gefährdet werden. In jedem Fall solltest du den Baum aber ausreichend schützen und an einem kalten Standort lagern. 

Beliebte Sorten 

Äpfel gehören in die Herbstzeit – oder? Nicht nur! Es gibt eine Menge Sorten, die du auch schon in den warmen Monaten ernten und verzehren kannst. Hier kommen die beliebtesten Apfelsorten. 

Discovery: Ein Frühapfel mit druckfesten Früchten in Gelb-Orange und säuerlichem Geschmack. Geerntet wird er von Mitte August bis September und ist nicht für die Lagerung im Frost geeignet. 

Prinz Albrecht von Preußen: Diese Sorte entstand bereits um 1860 herum. Sie liefert große Früchte in sattem Rot und mit weißlichem Fruchtfleisch. Reif ist er im Herbst, der Geschmack ist süß-säuerlich. 

Roter Boskoop: Ein Name, den du bestimmt aus dem Supermarkt kennst. Er bringt sehr große, gelbe Früchte. Pflückreif ist er im Oktober, gegessen werden kann er dann einige Wochen später. Diese Sorte eignet sich perfekt zum Einlegen und Backen. 

Krankheiten und Schädlinge 

So viel Freunde uns ein eigener Apfelbaum und dessen Ernte machen kann, so viel kann durch Schädlinge und Krankheiten auch schiefgehen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Würmchen (Larve des Apfelwicklers)
  • Frostspanner 

 

Glücklicherweise gibt es gegensätzlich zu Schädlingen auch Nützlinge. dazu gehört der

  • Marienkäfer 

Häufig gestellte Fragen  

Muss der Apfelbaum im Winter geschützt werden? 

Der Baum kann auch überleben, ohne winterfest gemacht zu werden. Du kannst ihn aber durch ein Vlies schützen oder einen Kalkanstrich machen. Das hält Frost fern. 

Wie oft sollte ich meinen Apfelbaum gießen? 

Das ist abhängig vom Wetter. Ein bis zweimal die Woche wird der Baum dir danken, wenn es besonders trocken ist, kannst du ihn auch noch ein drittes Mal wässern.  

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