Erdmandel anbauen: So wächst das Superfood bei dir

Cyperus esculentus
Erdmandeln die aus einem Stoffbeutel geschüttet werden, neben einem Holz-Kochlöffel
Erdmandeln sind leicht angebaut und sehr lecker.
© gettyimages / PicturePartners
Steckbrief
Aussaatzeit
Jan
Feb
Mar
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Voranzucht
Jan
Feb
Mar
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Pflanzzeit
Jan
Feb
Mar
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Erntezeit
Jan
Feb
Mar
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Saatguternte
Jan
Feb
Mar
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Topfanbau möglich
Rhizomsperre notwendig
winterhart
trockenheitsverträglich
giftig
Bienen- und Schmetterlingsfreundlich
Vogelfreundlich
Standort:
Warm und sonnig
Boden:
Locker, sandig und mit Kompost gedüngt
Höhe und Platzbedarf:
60 cm hoch und 40 cm breit
essbare Teile:
Die Knollen an den Wurzeln
Anbau:
Freiland
Keimbedingungen:
Dunkelkeimer
Lebensdauer:
einjährig

Die Erdmandel ist unkompliziert anzubauen, schmeckt nach Vanille und Mandeln, ist sehr gesund und kein Schädling kann ihr schaden. 

Erdmandel Herkunft

Die Erdmandel kommt ursprünglich aus Afrika und gehört zu der Familie der Sauergrasgewächse. Nach einigen Eroberungszügen der Mauren gelangte sie auch nach Spanien. Dort wird aus ihr „Horchata de Chufa“ die köstliche, laktosefreie Erdmandelmilch hergestellt.

Erdmandel Pflanze Wuchs 

Die Erdmandel wächst oberirdisch als großer und breiter Grasbüschel. An ihren Wurzeln entstehen mit der Zeit kleine Knollen, die an getrocknete Erbsen erinnern. In wärmeren Gegenden kann sie sich auch stark ausbreiten, dort solltest du sie eher in einem Topf anbauen oder eine Wurzelsperre nutzen, damit sie nicht invasiv wird.

Erdmandeln richtig pflanzen

Erdmandeln sollten vorgezogen werden, dies geschieht am besten bereits ab März. Hierzu legst du die Erdmandeln über Nacht in lauwarmes Wasser. Dann können sie in einen Topf mit Aussaaterde gegeben und mit einer 2 cm dicken Schicht Erde bedeckt werden Nach einigen Tagen beginnt es dann, dass sich Wurzeln und der Spross bilden. Ab da solltest du die Jungpflanze heller, aber auch etwas kühler stellen.

Nach den Eisheiligen, also Mitte Mai, darf die Pflanze nach draußen. Das Beet oder der Topf, in den die Erdmandel soll, kannst du mit Kompost oder Langzeit Gemüsedünger mischen, um der Erdmandel einen guten Start zu ermöglichen. Nach dem Pflanzen solltest du sie gut wässern und dann kann sie wachsen. Achte aber darauf, dass du 30 cm Abstand hältst zwischen den einzelnen Erdmandelpflanzen.

Erdmandeln als Mischkultur?

Erdmandeln eignen sich eher nicht als Mischkultur und sollten deshalb ein eigenes Beet oder einen eigenen Topf bekommen.

Erdmandel richtig pflegen

Die Pflege von Erdmandeln ist recht unkompliziert. Die einzigen zwei Sachen, auf die du achten musst, sind, dass die Erdmandeln nicht von Unkraut erdrückt wird und dass sie nicht austrocknen. Sie müssen also regelmäßig gegossen werden.

Erdmandeln überwintern

Es gibt drei einfache Methoden, Erdmandeln zu überwintern. Du kannst die Erdmandel ernten und anschließend die getrocknete Erdmandel-Knolle nutzen, um daraus im nächsten Jahr eine neue Pflanze zu ziehen.

Die andere Möglichkeit funktioniert nur, wenn die Erdmandel von Anfang an im Topf angebaut wurde. Dann kannst du den Topf mit den Erdmandeln einfach frostfrei, aber kühl stellen, um die Pflanze zu überwintern. In diesen beiden Varianten sollte die Pflanze erst nach den Eisheiligen wieder nach draußen.

Die dritte Möglichkeit ist die Überwinterung im Beet. Hierzu lässt du einige Knollen im Beet und bedeckst die Erde zusätzlich mit einer dicken Schicht Laub. Wird der Winter nicht zu kalt, dann treiben die Erdmandeln im Frühjahr neu aus. Das oberirdische Laub stirbt im Winter allerdings ab.

Erdmandel Ernte

Es ist wenig überraschend, dass auch die Ernte bei Erdmandel sehr unkompliziert ist. Ab Oktober verfärbt sich das grasähnliche Laub, dann oder nach dem ersten Frost, ist die Erntezeit gekommen. Ähnlich wie bei der Kartoffelernte wird die ganze Pflanze vorsichtig mit einer Grabgabel herausgehoben.

Dann kannst du die leckeren Knollen von den Wurzeln zupfen. Beachte aber: Die feinen Wurzeln können bis zu 50 cm von der Pflanze entfernt noch Knollen gebildet haben. Waschen solltest du sie erst kurz vor der Verwendung. So können sie länger halten.

Erdmandeln verwenden

 Erdmandeln sind vielseitig einsetzbar. Du kannst sie mahlen und zum Backen verwenden, sie kleingeschnitten mit ins Müsli geben, aus ihr die Horchata herstellen oder sie trocknen.

Ich persönlich esse sie am liebsten so: kurz gewaschen und dann mit Schale rein in den Mund. Sie schmecken sehr lecker und erinnern an Mandeln frisch vom Baum. Du kannst sie auch genauso verwenden wie Mandeln. Wenn sie dir zu hart sind, weiche sie kurz vor der Verwendung ein.

Beliebte Erdmandel-Sorten

Die verschiedenen Erdmandel-Sorten unterscheiden sich hauptsächlich bei den Knollen.

Riesen aus Ghana: Eine sehr große Sorte, die größere Knollen, dafür aber weniger bildet. Die Knollen werden bis zu 4 cm lang und 2 cm breit.

Large Black: Diese Sorte zeichnet die schwarze Schale der Knollen aus. Die Knollen werden 2,5 cm lang und um 1 cm breit. Der Geschmack bei dieser Sorte ist etwas würziger, intensiver, aber auch nussig und süß.

Long Sweet: Diese Erdmandel-Sorte bildet eher längliche Knollen, die besonders süß sind. Leider wird diese Sorte immer seltener, da sie kaum noch kommerziell angebaut wird.

Runde Lex: Diese Sorte bildet Kugeln als Knollen. Sie ist zudem auch sehr süß.

Saatgutvermehrung

Was als Erdmandel-Samen verkauft wird, sind einfach nur getrocknete Knollen aus dem Vorjahr. Dementsprechend musst du zur Saatgutvermehrung nur der Versuchung widerstehen, alle Erdmandeln aufzuessen.

Krankheiten und Schädlinge 

Die Erdmandel ist äußerst robust. Deshalb gibt es hierzulande auch keine Schädlinge oder Krankheiten, die die Ernte gefährden könnten.

Häufig gestellte Fragen 

Ist die Erdmandel invasiv?

Tatsächlich ist die Erdmandel in wärmeren Ländern eine invasive Art, die sich so stark ausbreitet, dass die heimische Botanik gefährdet wird. Hierzulande ist es allerdings zu kalt, für eine solche Verbreitung. In wärmeren Regionen Deutschlands sind die Erdmandeln als Wildwuchs anzutreffen, aber auch hier nur in geringem Maße.

Ist die Erdmandel gesund?

Die Erdmandel gilt als Superfood, da sie einen hohen Ballaststoffanteil enthält und leicht verdauliches Eiweiß, sowie Kalium, Eisen, Magnesium und Vitamin E.

Kann man aus Erdmandeln Mehl herstellen?

Ja, mit gemahlenen Erdmandeln können Nüsse ersetzt und der Mehl- und Zuckeranteil reduziert werden.

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