Wild-Chilis pflanzen und aussäen

Kleine rote Beeren an einem Strauch Wildchilis. | © LMPark Photos / Stock.adobe.com
Die Chiltepin gilt als Urform der Chili und Paprika.
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Es gibt 5 kultivierte Paprika und Chili-Arten, aber viel mehr wilde Chili-Arten. So baust du sie an und diese Arten gibt es. 

Ich bin ein riesiger Chili- und Paprika-Fan. Neben der Verwendung als Gemüse suche ich immer nach neuen Aromen für Chili-Gewürzen. Hierfür kam ich natürlich auch nicht an ihrer Urform vorbei, den wilden Chilis. 

Während es nur 5 Arten von kultivierten Chili-Arten gibt, ist die Bandbreite der Wildchilis deutlich größer. Aktuell wurden 34 Wildchili-Arten entdeckt, die neusten erst 2020. Chili und Paprika kommen ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika. Viele der wilden Chilis stammen aus den Regionen Brasiliens, Boliviens und Perus. 

Wilde Chilis zum Keimen bringen

Die ursprünglichen Chilis sind kleine Beeren und wurden von Vögeln verbreitet. Die Schärfe der Chilis schreckt Nagetieren ab, Vögel merken die Schärfe allerdings nicht. Kein Wunder, denn die Vögel sollen auch die Samen verteilen und vermehren. 

Dieser Fakt ist wichtig. Denn die wilden Chilis brauchen eine ganze Weile zum Keimen. Allerdings kannst du es beschleunigen, indem du sie einweichst. Hierzu mischst du ein Glas warmes Wasser mit einem Teelöffel Guana (laut Foren soll es wohl auch mit Hühnermist gehen, aber habe ich bisher nicht selbst getestet) und weichst darin die Samen ein.

Auf jeden Fall ist die Keim- und Reifezeit lange. Deshalb solltest du die Wildchilis am besten bereits Ende Januar aussäen

Wildchilis richtig pflanzen

Die meisten Wildchilis werden wie ganz normale kultivierte Chili-Arten. Manche haben aber auch andere Ansprüche an den Boden, einige wachsen auch besser mit mehr Sand im Boden. Ansonsten lohnt es sich immer Wildchilis im Haus zu überwintern, da sie in ihrer Heimat mehrjährig tragen. 

Wie schmecken Wildchilis?

Die Aromen wilder Chilis sind komplex und gar nicht so einfach zu erschmecken. Also perfekt für selbst gemachte Gewürze der Extraklasse.  Die meisten beschreiben den Geschmack als erdig, grasig, vanillig und/oder süß. Allerdings kann die Schärfe sogar von Früchten der gleichen Pflanze variieren. Also macht dich lieber auf richtig viel Schärfe gefasst. Die Ausnahmen sind hier die milden Arten Capsicum Lanceolatum und Capsicum Rhomoideum.

 

Wild-Chili Arten

Die Liste der wilden Chili-Arten wächst ständig. Allein 2019 und 2020 wurden 5 neue Arten beschrieben. Aktuell gibt es 34 Wildarten und 5 kultivierte Chili und Paprika-Arten (Manche Wildchilis werden auch den 5 Kulturarten zugeordnet). Die Wildarten sind: 

  • Capsicum benoistii
  • Capsicum caatingae
  • Capsicum caballeroi
  • Capsicum campylopodium
  • Capsicum carassense
  • Capsicum cardenasii
  • Capsicum ceratocalyx
  • Capsicum chacoense
  • Capsicum coccineum
  • Capsicum cornutum
  • Capsicum dimorphum
  • Capsicum eshbaughii
  • Capsicum eximium
  • Capsicum flexuosum
  • Capsicum friburgense
  • Capsicum galapagoense
  • Capsicum geminifolium
  • Capsicum hookerianum
  • Capsicum hunzikerianum
  • Capsicum lanceolatum
  • Capsicum longifolium
  • Capsicum longidentatum
  • Capsicum mirabile
  • Capsicum neei
  • Capsicum parvifolium
  • Capsicum pereirae
  • Capsicum piuranum
  • Capsicum praetermissum
  • Capsicum recurvatum
  • Capsicum rhomboideum
  • Capsicum schottianum
  • Capsicum scolnikianum
  • Capsicum tovarii
  • Capsicum villosum
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