Mispel: Frucht, Pflege und Vermehrung

Mespilus germanica
Die Mispelblüte bildet gerade eine Frucht aus. Diese ist noch grün.
Mispeln erinnern mich immer an Bratapfel und ist im ersten Schnee zu ernten.
© Copyright: Mattias Nemeth
Steckbrief
Aussaatzeit
Jan
Feb
Mar
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Voranzucht
Jan
Feb
Mar
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Pflanzzeit
Jan
Feb
Mar
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Blütezeit
Jan
Feb
Mar
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Erntezeit
Jan
Feb
Mar
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Saatguternte
Jan
Feb
Mar
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
winterhart
trockenheitsverträglich
Bienen- und Schmetterlingsfreundlich
Vogelfreundlich
Topfanbau möglich
Rhizomsperre notwendig
giftig
Standort:
Sonnig bis halbschattig, mit lockerem und durchlässigem Boden
Boden:
kalkhaltige, sandige Erde, allerdings kommt die Mispel auch mit anderer Erde zurecht, Hauptsache der Boden ist durchlässig
Höhe und Platzbedarf:
Wildform Bis 6 Meter Höhe und bis 6 Meter Breite, Kulturform Höhe 2 bis 5 Meter
essbare Teile:
Reife Früchte
Anbau:
Freiland
Obstart:
Wild- und Kulturobst
Keimbedingungen:
Dunkelkeimer
Bestäubungsart:
Selbstbestäubung
Lebensdauer:
mehrjährig

Obsternte bei Schnee und Eis, mit dem fast vergessenen Obst Mispel ist dies kein Problem. So wächst das Winterobst in deinem Garten.

Eine Frucht, die bei Schnee und Eis geerntet werden kann, die wollte ich unbedingt für meine Permakultur haben. Das hat sich beim Wandern auf dem Philosophenweg in Heidelberg noch verstärkt.

Dort und im umliegenden Wald fand ich nämlich nicht nur verschiedene Kulturformen, sondern auch wilde. Falls du als du dort auch mal unterwegs bist, achte doch mal auf die tollen Mispelbäume. Nach dem Probieren war ich hin und weg. Jetzt wächst tatsächlich einer in meinem Garten.

Mispel Herkunft   

Die Mispel gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Sie kommt ursprüngliche aus Vorderasien. Während der Römerzeit kam sie allerdings bereits nach Südwestdeutschland.

Mispel Baum Wuchs 

Beim Wuchs muss zwischen der Wildform und der Kulturmispel unterschieden werden. Die Wildform kann bis zu 6 Meter hoch und bis zu 6 Meter breit werden. Die Kulturform wird je nach Sorte zwischen 2 und 6 Meter hoch und 2 bis 4 Meter breit. Beide bilden große, einfache, weiße Blüten. Im Oktober sind die Früchte reif. Die Früchte ähneln Äpfeln mit einer aufklaffenden Fruchtspitze, mit fünf schmalen Kelchblättern. Ihre Schale färbt sich gelb- bis orangebraun.

Mispel richtig pflanzen und pflegen 

Möchtest du jetzt auch einen Mispelbaum in deinem Garten? Dann kannst du diesen zwischen April und Mai pflanzen. Das erste Jahr solltest du den Baum noch regelmäßig gießen, dann kann der Baum richtig gut anwurzeln.

Später muss der Baum nur noch während der langen Dürrephasen gegossen werden. Nach 3 Monaten kann auch eine kleine Menge Dünger verabreicht werden, hierfür kannst du Obstbaumdünger oder Kompost benutzen. Es reicht, in den Wintermonaten stark herabhängende oder überstehende Äste etwas zurückzuschneiden.

Mispel Frucht ernten 

 Mispeln sind ab Oktober reif. Allerdings werden sie meist überreif geerntet, wenn der erste Frost die Früchte süßer und weicher gemacht hat. Dann erinnert das Aroma an Apfelkuchen, Apfelmus oder Bratapfel.

Die Mispel Frucht kann roh gegessen, oder zu Mus, Marmelade oder auch zu Kuchen verarbeitet werden. Aber auch der Saft oder ein Kompott aus ihnen ist köstlich. Früher hat man die Früchte auch in Honig eingelegt oder teilweise leicht trocken zu einem aromatischen Mehl verarbeitet.

Hast du eine größere Ernte, dann solltest du die Mispel auch auf diese Art haltbar machen, da sie in der Regel nur zwei Wochen haltbar ist.

Die Mispel richtig überwintern

Die Mispel ist frosthart bis -23 Grad. Noch junge Bäume sind oft noch etwas empfindlicher und können während sehr strengen Wintern geschützt werden. Dazu wird der Baum mit speziellem weißen Kalkanstrich gestrichen. Dieser vermindert das Risiko, dass die Rinde aufplatzt.

Mispel: Besondere Sorten:

Großfrüchtige von Nottingham:

 Diese Mispelsorte ist, wie der Namen bereits verrät, eine großfrüchtige und ertragsreiche Sorte aus England.

Kurpfalzmispel / Süßmispel:

Diese Mispel wurde in den 60er Jahren in Heidelberg entdeckt. Sie hat mittelgroße Früchte, die allerdings besonders süß sind (der höchste Zuckergehalt aller Mispeln) und wenig Gerbstoffe enthalten. Deshalb sind sie sogar schon ohne Frost gut essbar.

Kernlos / Seedles

Der Name sagt schon alles: Diese kleinfrüchtige Sorte ist kernlos und soll einen besonders aromatischen Geschmack haben.

Mispel: Krankheiten und Schädlinge 

Die Mispel ist teilweise empfindlich gegenüber von Pilzkrankheiten, weshalb ein Aufplatzen der Rinde im Winter verhindert werden sollte. Ansonsten leidet die Mispel unter:

  • Monilia
  • Blattfleckenkrankheiten
  • Schorf

Häufig gestellte Fragen

Ist die japanische Wollmispel auch eine Mispel?

Nein, die japanische Wollmispel ist eine andere essbare Obstart.

Ist die Zwergmispel essbar?

Nein, die Zwergmispel und ihre Früchte sind schwach giftig.

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