Tanne richtig pflanzen, pflegen und verwenden

Einige Tannenbäume in einer leicht eingeschneiten Baumschule.
Die bekannteste Tannenart ist wohl die Nordmanntanne.
© Gettyimages / Jacqueline Anders
Steckbrief
Aussaatzeit
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Feb
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Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
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Pflanzzeit
Jan
Feb
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Blütezeit
Jan
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Erntezeit
Jan
Feb
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Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
winterhart
trockenheitsverträglich
Bienen- und Schmetterlingsfreundlich
Vogelfreundlich
Topfanbau möglich
Rhizomsperre notwendig
giftig
Standort:
Halbschattig
Boden:
Humos und leicht sauer
Höhe und Platzbedarf:
10 bis 50 Meter hoch, je nach Art
essbare Teile:
Nadeln und junge Triebe
Anbau:
Freiland
Keimbedingungen:
Lichtkeimer
Bestäubungsart:
Selbstbestäubung
Lebensdauer:
mehrjährig

Die Tanne ist ein majestätischer Baum, der auch wertvolle Eigenschaften als Heilpflanze besitzt. Erfahre, wie auch in deinem Garten eine Tanne wachsen kann.

Eine Tanne im Garten, das wäre noch was. Ich habe zwar zwei Fichten, aber ich bin ein großer Fan davon, Nadelbäume in der Küche zu verarbeiten. Da wäre eine Tanne eine große Bereicherung.

Aber ich verrate einfach dir, wie du eine Tanne in deinen Garten pflanzen kannst und wie du sie in der Küche und in der Hausapotheke nutzen kannst oder zumindest, wie ich sie nutzen würde. 

Tanne Herkunft:

Ursprünglich stammt die Tanne aus den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel. Sie ist vor allem in Bergregionen heimisch. Als Mitglied der Kieferngewächse ist sie eng mit der Fichte verwandt, jedoch unterscheiden sich die beiden in vielen Aspekten.

Tanne Wuchs:

Die Tanne präsentiert sich in diversen beeindruckenden Wuchsformen. Die weitverbreitetste Form ist die kegelförmige Silhouette, die in vielen Haushalten als Weihnachtsbaum geschätzt wird. Es gibt jedoch auch Varianten mit elegant herabhängenden Ästen sowie solche mit dichtem, buschigem Wachstum. In höheren Berglagen finden sich Tannen, deren Äste sich fast horizontal vom Stamm wegstrecken.

Tanne: Blüte und Bestäubung

Die Tanne setzt ihre Blütenpracht vornehmlich in den Monaten Mai und Juni zur Schau. Ähnlich wie die Fichte hat auch die Tanne ihre sogenannten Mastjahre. In diesen Zeiträumen, die etwa alle 5 bis 6 Jahre auftreten, blüht sie besonders intensiv. Die männlichen Blüten zeigen sich als kleine gelbe Büschel, während die weiblichen Blüten als aufrechte, grüne Zapfen in Erscheinung treten, die sich nach der Befruchtung verdicken und bräunen.

Tannenzapfen

Nach der Befruchtung entwickeln sich aus diesen weiblichen Blüten die charakteristischen Tannenzapfen. Diese erreichen eine Länge von 12 bis 18 cm und weisen im aufgeklappten Zustand einen Durchmesser von etwa 4 bis 6 cm auf. Die Zapfen bieten vielen Tieren, insbesondere Vögeln und kleineren Säugetieren, eine wichtige Nahrungsquelle.

Tanne richtig pflanzen:

Du kannst deine Tanne ab März vorziehen. Dazu lässt du sie, genau wie eine Fichte, im März 2 Tage lang in einem Beutel mit feuchtem Sand im Kühlschrank vorquellen. Anschließend kannst du sie gleich ins Gartenbeet aussäen. Fichten sind Lichtkeimer. Daher solltest du sie nur ganz leicht mit Erde bedecken.

Tanne: Jungtanne pflanzen

Hast du dir stattdessen eine Jungpflanze gekauft, kannst du deine Jungtanne, wenn es sich um einen wurzelnackten Baum handelt, zwischen Ende Herbst und Ende Winter an einem frostfreien Tag pflanzen - ansonsten ganzjährig.

Tanne: Platzbedarf und Pflanzabstand

Zunächst solltest du aber einen geeigneten Platz finden. Dieser sollte vier bis sechs Meter von allen Nachbargewächsen und vom Nachbargrundstück entfernt sein, denn diese Breite können die Wurzeln erreichen. Außerdem sollte der Standort sonnig oder zumindest halbschattig sein. Der Baum braucht einen humusreichen, durchlässigen und leicht sauren Boden.

Tanne richtig pflegen:

Einmal am neuen Standort angewurzelt, benötigen Tannen wenig Pflege. Sie sollte aber regelmäßig auf Schädlingsbefall überprüft werden.

Tanne richtig gießen:

Junge Tannen sollten, besonders in trockenen Perioden, regelmäßig gewässert werden. Ältere Bäume sind robuster und benötigen selten zusätzliches Wasser. Nur in langen Trockenphasen.

Tanne richtig düngen:

In der Regel benötigt eine Tanne keinen zusätzlichen Dünger. Besonders dann, wenn sie in humusreichen Boden gepflanzt wurde.

Tanne richtig schneiden:

Ein regelmäßiger Schnitt ist nicht notwendig. Nur störende oder kranke Äste sollten entfernt werden.

Tanne überwintern:

Tannen sind winterhart und benötigen keine besondere Vorbereitung für die kalte Jahreszeit.

Tanne verwenden:

Tannennadeln werden in der traditionellen Medizin und in der Küche verwendet. Ihr intensives Aroma erinnert an den Winter und ist besonders in der Weihnachtszeit beliebt.

Verwendung in der Küche:

Tannennadeln können zum Würzen von Fleisch, Fischgerichten oder zum Herstellen von Sirup und Likören verwendet werden. Sie verleihen Speisen und Getränken ein waldiges, frisches Aroma.

Frische Nadeln kannst du außerdem noch wie folgt verwenden:

  • Tee
  • Aromatisieren von Gin, Cocktails, Butter
  • Essig
  • Kräuteröl
  • Senf
  • Saucen und Dressing
  • Kekse, Süßspeisen
  • Eis
  • Würzen von Gemüse und Kartoffeln
  • Marinaden
  • Zum Verfeinern von Schokolade
  • Pesto

 

Getrocknete Nadeln hingegen kannst du auch noch für folgendes nutzen:

  • Aromatisieren von Kräutersalz, Weißweinsalz und Zucker 
  • Zum Verfeinern von Mehl
  • Tee

 

Verwendung als Heilpflanze:

In der Volksmedizin werden Tannennadeln bei Erkältungen und zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt. Ein Tee aus Tannennadeln soll gegen Husten und Halsschmerzen helfen. Aber auch ein Sirup aus den Nadeln oder in Honig eingelegte Tannennadeln sind ebenfalls ein gutes Mittel bei Erkältungen.

Beliebte Tannen-Arten:

Weißtanne: Beliebt in Parks und Gärten wegen ihrer hohen Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit. Diese Tanne hat eine weißgraue, helle Rinde. Sie gilt als höchster Baum in Europa.

Nordmanntanne: Diese Tanne wächst besonders häufig symmetrisch und duftet sehr gut.

Edeltanne: Oft als Weihnachtsbaum verkauft wegen ihrer dichten, gleichmäßigen Verzweigung und seinen silberblauen Nadeln.

Tanne vermehren:

Tannen lassen sich durch unterschiedliche Arten vermehren. So zum Beispiel über 15 Zentimeter lange, verholzte Stecklinge. Diese werden dann sechs Wochen vor dem Austrieb im Frühjahr geschnitten. Am besten stammen die Stecklinge von einjährigen Triebspitzen.

Idealerweise ist ein kleiner Teil des Stecklings aus altem Holz. Es braucht allerdings manchmal ein paar Versuche, bis es funktioniert. Aber auch durch Samen und Ableger lassen sich Tannen vermehren.

Krankheiten und Schädlinge:

Tannen sind robust, können aber von verschiedenen Schädlingen und Krankheiten befallen werden. Zu den häufigsten gehören:

  • Tannentriebläuse
  • Tannenstammlaus
  • Tannenrüsselkäfer
  • Tannenborkenkäfer
  • Mistel
  • Diverse Pilzerkrankungen

Häufig gestellte Fragen:

Wie unterscheidet sich die Tanne von der Fichte?

Während die Fichte hängende Zapfen hat, wachsen die Zapfen der Tanne aufrecht. Zudem sind die Nadeln der Tanne flacher und duften intensiver.

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