Hühner im Garten: Experte verrät, worauf du achten musst

Ein grau-schwarzes Seidenhuhn das in einer Löwenzahn-Wiese sitzt.
Seidenhühner sind sehr süß und oft auch zutraulich und legen auch im Winter Eier.
© Mattias Nemeth

Hühner helfen im Garten, liefern Eier und Dünger und sind oft auch zahm. Doch es gibt Wichtiges zu beachten.

Ich liebe meine Hühner. Ich kenne von jedem den Namen, ihre Eigenheiten und ihre Persönlichkeit. Es ist eine Freude, sich mit ihnen zu beschäftigen. Sie begleiten mich bei der Gartenarbeit, helfen im Gewächshaus mit und begrüßen mich, wenn ich komme. Für mich gehören sie mittlerweile zum Garten dazu. Generell sind Hühner auch fleißige Gartenhelfer. Dabei liefern sie auch noch Eier und wertvollen Dünger. Wenn du es richtig anstellst, sind sie sogar zahm und anhänglich. Doch bevor du dir Hühner in den Garten holst, solltest du einiges beachten.

Die richtige Hühner-Rasse

Bevor du dir Gedanken über die Rasse deiner zukünftigen Hühner machst, solltest du dir überlegen, warum du Hühner überhaupt halten möchtest. Sollen sie nur Eier legen, sollen sie möglichst zutraulich sein oder möchtest du sie auch für Fleisch halten? Außerdem ist wichtig, zu schauen, wie viel Platz du deinen Hühnern bieten kannst. Das alles ist entscheidend für die Auswahl der Hühner-Rasse, jede hat nämlich ihre eigenen Vor- und Nachteile.

Ein weißes Sussex-Huhn steht auf der Schulter eines Mannes mit Bart und blauer Regenjacke. | © Mattias Nemeth
Manche Hühner-Rassen sind besonders zutraulich. Meine beiden Sussex-Hühner sind meine Zahmsten. Snow sitzt auch gerne mal auf meiner Schulter.
Foto: Mattias Nemeth

Du kannst auch verschiedene Hühner-Rassen zusammenhalten, allerdings verstehen sich nicht alle Hühner-Rassen miteinander. Lass dich hier am besten vom Hühnerzüchter beraten.

Der richtige Hühner-Stall

Wenn du weißt, welche Hühner und wie viele du halten möchtest, dann kannst du jetzt deinen Stall planen. Pro 3 Hühner muss der Stall 1 Quadratmeter groß sein. Allerdings spielt jetzt auch die Rasse eine Rolle. Denn größere Hühner-Rassen brauchen mehr Platz und bei Zwerghühnern können pro Quadratmeter 1-2 Hühner mehr in dem Stall wohnen. 

Der Stall sollte im Winter vor Frost schützen, aber dennoch eine Luftzirkulation zulassen, sodass es im Winter nicht zu feucht darin wird. Aber viel wichtiger ist es, dass der Stall sicher vor Raubtieren ist. 

Waschbär, Fuchs, Marder, Katze und Co. empfinden deine Hühnchen nämlich als sehr lecker. Aber auch Mäuse und Ratten können deinen Hühnern schaden, deshalb muss der Stall auch vor ihnen sicher sein. Vergiss auch nicht, dass der Stall nachts gut verriegelt ist. 

Wichtig: Eine gute Sitzstange für deine Hühner

Du hast nun einen raubtier- und frostsicheren Stall. Dann geht es jetzt an die Inneneinrichtung. Ganz wichtig ist die Sitzstange, denn die Hühner schlafen lieber erhöht, um sich sicher zu fühlen. Die Sitzstange sollte am besten ein Kantholz mit abgerundeten Kanten oder abgeschrägten Ecken und angeschliffen sein.

Der Durchmesser der Sitzstange sollte bei kleinen Hühner-Rassen 4 cm sein, bei normalen 5 cm und bei großen Rassen 6 cm. Von der Höhe her, sollte darauf geachtet werden, ob die Hühner flugfaul sind oder gerne fliegen. Je nachdem, sollten die Sitzstangen auf 40 bis 60 cm hoch sein. Aber auf keinen Fall höher als 1 Meter, da sich die Hühner sonst beim Herunterspringen verletzten könnten.

Unter der Sitzstange solltest du ein Kotbrett unterbringen. In der Nacht fällt nämlich besonders viel Hühnermist an. Ist das Kotbrett mit Einstreu oder Sand ausgelegt, kannst du das Brett leichter reinigen. 

Legenester: Frische Eier aus dem eigenen Garten

Stell deinen Hühnern an einem dunklen Ort ein Legenest von 40 auf 40 auf 40 cm zur Verfügung. Auch dieses sollte leicht zu reinigen sein, aber dennoch Heu oder Stroh halten können, damit sich die Hühner ein Nest bauen können. Wenn du den Platz hast, solltest du pro 3 Hühner ein Legenest zur Verfügung stellen. Ich habe meine etwa unter dem Kotbrett angebracht. 

Was braucht der Stall noch?

Ein Scharrbereich mit Sand und Erde und mit Sonneneinstrahlung ist auch ein wichtiger Bestandteil des Stalles. Hier können sich deine Hühner um ihre Federpflege kümmern und wälzen sich gerne. Natürlich brauchen deine Hühner auch einen sauberen und täglich gereinigten Futter- und Wasserplatz. 

Freilauf für deine Hühner

Der Stall ist wichtig und sollte auch für einen tagelangen Aufenthalt ausgelegt sein. Das heißt aber nicht, dass die Hühner keinen Freilauf brauchen, sondern, dass es zu einer Quarantäne kommen kann, in der deine Hühner im Stall bleiben müssen. 

Hühner im Garten laufen lassen

Der Freilauf ist, wie zuvor besprochen, aber wichtig. Doch kannst du deine Hühner einfach so im Garten freilaufen lassen? Jaein. Das ist nicht so einfach zu beantworten. Denn es gibt Hühner, die sehr flugfreudig sind und auch mal über den Zaun fliegen. Auch musst du deine Hühner kennen und einschätzen können, wie leicht du sie wieder in den Stall bekommst. 

Hühner haben nämlich alle eine eigene Persönlichkeit. Ich habe einige Hühner, die sind so zutraulich und ich kann sie auch ohne Freigehege laufen lassen. Diese gehen auch von allein wieder in den Stall oder lassen sich auch ganz brav hochnehmen und hereintragen. Bei anderen meiner Hühner hätte ich wiederum bedenken, ob sie nicht abhauen. 

Ein weißes Sussex-Huhn auf einer Wiese. | © Mattias Nemeth
Sind deine Hühner zahm und du bist auch mit im Garten, dann können deine Hühner dich auch begleiten und den Garten erkunden.
Foto: Mattias Nemeth

Nachteile beim Freigang deiner Hühner

Beim Freigang musst du bedenken: Es gibt viele Pflanzen, die giftig für Hühner sind. Als Beispiel Radieschen, Tomaten oder auch Zitronen, aber auch viele Wildpflanzen. Außerdem können Raubtiere (z.B. Katzen) oder Greifvögel so deine Hühner leichter schnappen. Ich habe schon erlebt, wie meine kleinen, gefiederten "Raptoren" auf Mäusejagd gehen. Aber ich möchte nicht riskieren, ob sie sich auch gegen eine Katze oder Habicht verteidigen können. 

Freilaufgehege für deine Hühner

Du kannst deinen Hühnern auch ein Freilaufgehege zur Verfügung stellen. Laut EU-Öko-Verordnung sollte jedem Huhn 4 Quadratmeter Auslauffläche zur Verfügung stehen. Bei drei bis sechs kleinen bis normalgroßen Hühnerrassen sollten es mindestens um die 9 Quadratmeter sein. Die Höhe sollte am besten auch betretbar für dich sein. Wichtig ist aus, dass das Gehege zusätzlich ein Schutz vor Raubtieren bietet.

Wichtiges zu beachten bei der Hühnerhaltung

Jetzt weißt du das Wichtigste für die Hühnerhaltung, doch es gibt noch drei wichtige Punkte:

Mit Hühnern zum Tierarzt

Auch Hühner werden mal krank. Ein Problem ist allerdings, dass du mit ihnen nicht zum normalen Tierarzt gehen kannst. Du brauchst einen Tierarzt für Kleinnutztier. Informiere dich am besten vorher, ob einer in deiner Nähe ist. Gleichzeitig solltest du dich gut informieren, wie du deine Hühner bei den häufigsten Krankheiten selbst versorgen kannst. Dafür gibt es gute Literatur. 

Einen Hahn im Garten halten

Deine Nachbarn können dich dazu bringen, dass du deinen Hahn im Wohngebiet wieder abgeben musst. Vor allem, wenn er regelmäßig kräht. Deshalb halte ich nur Hühner ohne Hahn. 

Hühner anmelden und impfen

Als Hühnerhalter bist du verpflichtet, deine Hühner beim zuständigen Veterinäramt und der Tierseuchenkasse anzumelden. Das Veterinäramt hilft dir auch gerne bei Fragen weiter. Außerdem ist es wichtig, deine Hühner zu impfen. Das geht ganz einfach über das Trinkwasser. Manchmal bekommst du die Impfung auch schon beim Hühnerzüchter. Ansonsten frag einfach beim Veterinäramt nach. 

Jetzt weißt du das Wichtigste, bist gut vorbereitet und kannst dich auf deine gefiederten Gartenhelfer freuen.

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